Immer wieder sonntags

Das Angebot ist offen für alle ehemaligen und aktuellen
GestaltlerInnen der Weiterbildung.

Wir möchten den Menschen, die in der Werkstatt Nord eine Gestalt-Ausbildung gemacht haben, verschiedene Möglichkeiten bieten, ins Tun zu kommen. Deshalb bieten wir ab Januar 2022 ein Format an, in dem ausgebildete GestaltlerInnen die Möglichkeit bekommen, Seminare durchzuführen.
„Immer wieder sonntags“
heißt unser Angebot.
Für die DozentInnen ist es die Möglichkeit, sich darin zu üben, Seminare und Gruppenangebote durchzuführen. Im Anschluss des Seminares gibt es Rückmeldungen der  TeilnehmerInnen und von einem Dozenten/einer Dozentin aus dem Werkstatt-Team.
Für die Teilnehmenden ist es die Möglichkeit, angebotene Themen für sich zu vertiefen und darüber in einen Erfahrungsaustausch mit den anderen GestaltlerInnen zu gehen.

 

Die Termine und Themen in 2022 sind:

16.01.22: Gestalt und Sucht –
Dozentin: Friederike Nicolaisen
 „Sucht kommt von suchen und lenkt ab vom Finden“
                                             Georg-Wilhelm Exler

Sucht kann viele Erscheinungsformen haben, von Substanzabhängigkeiten bis zu scheinbar anerkannten „leichten oder respektablen“ Süchten, die der Gesundheit oder unserer Zufriedenheit schaden können. Sucht kann bedeuten, ständig nach etwas außerhalb von uns selbst zu suchen, um eine unstillbare Sehnsucht nach Erfüllung zu dämpfen.
Das Leben in unserer Gesellschaft ist schneller geworden, viele Menschen spüren einen Drang nach Entschleunigung, nach weniger als nach mehr und trotzdem scheint es zunehmend herausfordernd zu sein, sich dem Sog von Abhängigkeiten zu entziehen. Warum fällt es vielen schwer, auf den täglichen Zucker, das Glas Wein, den abendlichen Film oder den wiederholten Blick auf das Handy zu verzichten?
An diesem Tag wird es darum gehen, inwieweit das Thema Sucht in unserer Umgebung und in unserem Alltag eine Rolle spielt und wie man ihm aus gestalttherapeutischer Sicht begegnen kann. Es werden verschiedene Methoden ausprobiert, um sich einen kurzen, ersten Überblick über die unterschiedlichen therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten von Abhängigkeiten zu verschaffen.
Die Veranstaltung richtet sich an alle, die Lust haben, sich näher mit diesem Thema auseinanderzusetzen, oder die in ihrem beruflichen Kontext mit dieser Thematik zu tun haben.


13.03.22
: Brauchen, Wünschen, Wollen –
im Kontakt mit sich Selbst – Dozentin: Ilka Wernerus

Jeder von uns hat Angewohnheiten, die uns nerven und die wir „eigentlich“ gar nicht (mehr) brauchen und loswerden wollen. Jeder von uns hat Ideen, Strategien oder „gute Vorsätze“, was uns wirklich gut tun würde oder was wir im Leben umsetzen wollen.
Und oft fehlt dann doch „irgendwie die Motivation“ und wir lenken uns ab oder hören auf, bevor wir überhaupt begonnen haben.
Inhalt dieses Seminares ist es, mit unserem tatsächlichen Brauchen, Wünschen und Wollen in Kontakt zu kommen. Es geht darum die Energien und Phänomene des Vorkontaktes bewusster werden zu lassen, um im Alltag leichter in einen befriedigenden Kontaktzyklus mit sich und seinen Bedürfnissen, Wünschen und Zielen starten zu können.


19.06.22
Gestalt und ihr gesellschaftliches Potential –
Den Herausforderungen unserer Zeit begegnen –
Dozentinnen: Kay Filiz Burmeister und Elke Mareck

Das Ausmaß der zahlreichen weltweiten Krisen, mit denen die Menschen permanent konfrontiert sind, und das Drohen eines möglichen globalen Kollapses lassen in uns Gefühle von Ohnmacht, Verzweiflung, Überforderung, Angst und Hilflosigkeit entstehen.
Neben dem gängigen therapeutischen Ziel einer verbesserten individuellen Bedürfnisbefriedigung hatten die Begründer der Gestalttherapie auch gesellschaftspolitische Ambitionen. Daher entsteht die Frage: Wie können wir den Gestaltansatz nutzen, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden und die Selbstverwirklichung um eine „Umweltbeziehung“ (Dreitzel) zu erweitern?
In diesem Workshop wird mit dem Gestaltansatz experimentiert und den Gefühlen, die diese Krisen auslösen, Raum gegeben, um neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken und Vorhandenes zu stärken.


03.07.22
: Körper und Gestalt (Der Körper lügt nicht) –
Dozentinnen: Insa Baden und Christel Langlotz

Die Referentinnen sind beide Gestalterinnen mit körpertherapeutischem Hintergrund. In diesem Workshop eht es darum, die Wechselwirkung von Körper und Seele nachzuspüren – in Theorie und Praxis.
Dabei geht es an diesem Tag zum einen um die Selbstwahrnehmung: Wie präsent, wie gut geerdet bin ich? Als Gestalttherapeut/in gut im eigenen Körper zu sein, ist die Basis der Arbeit, auch um als Resonanzkörper für die Klienten/innen zur Verfügung zur stehen. Es werden Übungen angeboten, um die eigene Achtsamkeit und Resilienz zu stärken.
Der zweite Aspekt ist die Wahrnehmung des Gegenübers: Es geht darum,der Sprache des Körpers zu lauschen,  den Phänomenen weiter auf die Spur zu kommen, die Wahrnehmung von Stimme, Wort, Atmung und Haltung  zu verfeinern. Weiterhin findet eine Zuwendung des „Raumes dazwischen“ statt: Der Koregulation, interaktiven und entspannenden Übungen aus der Körper- und Gestaltarbeit wie z.B.: Bodyscan, Grounding, Skulpturarbeit, Gespräch mit Körperanteilen und Vagus Nerv Übungen zur Beruhigung des Nervensystems.


14.08.22
: Abschied(s) gestalten – Dozentin: Sabine Dylla

Dieses Wortspiel – Abschied gestalten und Abschiedsgestalten – spannt den Bogen für dieses Tagesseminar: einen als gelungen empfundenen Abschied gestalten – wie kann das gelingen? Und welche Abschiedsgestalten leben in uns? Wie wird Abschied empfunden? Macht er traurig, eher wütend und aggressiv oder zornig oder apathisch und depressiv? Gibt es die Neigung, Abschiede zu vermeiden, es nicht auszusprechen und einfach zu ignorieren? Ist Abschied ein blinder Fleck oder wird einfach „kurzen Prozess“ gemacht?
Diesen Fragen wird in diesem Seminar nachgegangen und im Sinne der Gestalt Theoretisches mit Kreativem und Selbsterfahrung verbunden. Dabei soll der Abschiedsprozess und das Erleben der Abschiedsgestalt vor dem Hintergrund des Durchlebens des Kontaktzyklus und der bekannten Kontaktunterbrecher deutlich gemacht werden.
Unsere Abschiedsgestalten wollen sichtbar gemacht werden. Bringt dafür bitte Bastelmaterialien und persönliche Dinge mit, mit denen Ihr kreativ gestalten könnt.
Oftmals liegt der Fokus bei einer Abschiedssituation darauf, etwas zu beenden, aufzugeben, zu verlieren. Dieses Tagesseminar will Anregungen geben, wie eine Brücke über diese Kluft zwischen „Ende und Neuem“ gebaut werden kann und wie darüber gegangen werden kann.


23.10.22
: Klarheit in Konflikt – Dozentin: Sabine Meyer

Unbeachtet werden Konflikte größer. Mit einem richtigen Umgehen werden diese zur Chance. Konflikte gehören zu unserem Leben. Sie zeigen bedeutende Themen auf und sind Teil von Veränderungsprozessen. Wie wäre es, wenn man konstruktiv mit diesen Themen umgehen könnte?  Die Mediation im Style der Klärungshilfe ist von einem Gestalttherapeuten entwickelt worden. In diesem Kurs gibt es einen Überblick zu der Vorgehensweise. Die Arbeitsweise besteht aus einer Mischung von Impulsreferat, Übung und Reflexion.
Folgende Fragen werden wir in diesem Kurs behandeln:
Was ist eigentlich ein Konflikt?
Vermitteln versus Entscheiden
Wer gehört an den Tische, wenn sich Menschen nicht verstehen?
Welche Eskalationsstufen gibt es bei einem Konflikt?
Konfliktbearbeitung – Welche Struktur ist hilfreich?
Exemplarische Vorgehensweise im Konflikt

 

Ort: Werkstatt Nord, Mühlenstraße 11, Bordesholm
Uhrzeit: 09.30–17.00 Uhr
Kosten pro Tag: 80€ (MwSt.-frei)

 
Weitere Termine finden Sie in unserem Kalender: hier